Benno Biehler seit 50 Jahren Priester

Benno Biehler ist seit 50 Jahren Priester. Der ehemalige Rosenheimer Dekan sowie Pfarrer von Heilig Blut, Kastenau und Pang feierte am 5. März 2022 sein Goldenes Priesterjubiläum - auf eigenen Wunsch im kleinen Kreis, aber nicht weniger herzlich.

Enge Weggefährten besuchten den Geistlichen im Ruhestand, um ihm die Glückwünsche und Geschenke zu überreichen, allen voran Domkapitular Dekan Daniel Reichel, der zugleich Nachfolger ist in seiner Funktion als Leiter der Stadtteilkirche-Am Wasen, sowie Marianne Eckardt, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von Heilig Blut.

Geboren wurde Biehler in Grenzach-Wyhlen im äußersten Südwesten Deutschlands. Weil er dort keine Möglichkeit hatte, das Gymnasium zu besuchen, absolvierte er zuerst eine Ausbildung zum Kaufmannsgehilfen im steuerberatenden Beruf. Später trat er in das Noviziat der Gesellschaft des Katholischen Apostolats (Pallottiner) ein. "Als ich 1972 in Augsburg zum Priester geweiht wurde, ging für mich ein Lebenstraum in Erfüllung", blickte der heute 79-Jährige im Rahmen einer kleinen Feierstunde in seinem Häuschen am Bäckerweg in Rosenheim zurück.

Nach dem Pastoraljahr in Friedberg war Biehler Kaplan in St. Vinzenz-Pallotti im Salzburger Stadtteil Lehen. Ab 1985 baute er das Evangelisationszentrum Salzburg auf und leitete es. Der gebürtige Baden-Württemberger wurde Beauftragter für die Charismatische Gemeindeerneuerung und war Referent für spirituelle Bewegungen in der Erzdiözese Salzburg.

1991 trat er aus dem Orden aus und kam nach Rosenheim. Dort war er bis 2010 Pfarrer von Heilig Blut und Happing sowie zeitweise auch von Heilige Familie in der Kastenau. Zusätzlich wirkte er fünf Jahre lang als Rosenheimer Dekan. Friedrich Kardinal Wetter verlieh Biehler 2007 in Anerkennung und Würdigung seiner langjährigen seelsorgerlichen Tätigkeit in der Erzdiözese München und Freising den Titel Geistlicher Rat. Zwei Jahre vor seinem Eintritt in den Ruhestand übernahm der Priester zudem die Leitung der Nachbar-Gemeinde Pang mit den beiden Filialen in Aising und Westerndorf am Wasen.

Zu seinen Pfarrangehörigen pflegte er stets einen freundschaftlichen Kontakt. Mit vielen ist er noch heute "per Du". Geselligkeit und Kontakt auf Augenhöhe waren ihm wichtig. Auch der Bau des neuen Pfarrzentrums in Heilig Blut fiel in seine Amtszeit, ebenso umfassende Renovierungen der Wallfahrtskirche Heilig Blut und der Filialkirche St. Martin in Happing.

Seelsorgliche Schwerpunkte setzte er mit der Einführung von Bibel- und, Gesprächsrunden, den Glaubenskursen in der Fastenzeit, den Bibelwanderwochen in Südtirol und jährlichen ein- bis zweiwöchigen Reisen. Er führte Wortgottesdienstleiter ein und feierte jährlich zweimal einen ökumenischen Sonntags-Gottesdienst mit Predigttausch mit dem Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirche in der Aisingerwies.

Neben der Spiritualität lag ihm die Reformation der Kirche besonders am Herzen. Biehler galt als Priester, der kein Blatt vor den Mund nahm. Nicht die Menschen müssen sich der Kirche anpassen. "Umgekehrt, wir müssen uns den Menschen anpassen", sagte er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, als er 2010 in den Ruhestand eingetreten war. Seitdem ist er als nebenamtlicher Seelsorger im RoMed Klinikum in Rosenheim tätig. Er bedauert sehr, dass er diese erfüllende Aufgabe wegen der Einschränkungen durch Corona seit zwei Jahren nicht mehr ausüben kann. "Für Dein priesterliches Wirken und Dein umfassendes Engagement danke ich Dir im Namen des Dekanats Rosenheim von ganzen Herzen", gratulierte Domkapitular Dekan Daniel Reichel, Pfarrer der Stadtteilkirche-Am Wasen sowie der Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer.

Kaum erwarten kann es Benno Biehler, nach über zwei Jahren Pause endlich wieder die Blaskapelle-Am Wasen unter Leitung von Johannes Rutz aus Stocka spielen zu hören. "Die Musik, die Menschen, da geht mir das Herz auf", erzählt er. Eine weitere Leidenschaft gehört dem Fußball. Neben dem FC Bayern ist er seinem Heimatverein, dem SC Freiburg, bis heute treu geblieben und fiebert jedes Spiel mit.

(Martin Aerzbäck)