UND FÜHRE ZUSAMMEN, WAS GETRENNT IST

Die Diözese Trier lädt in diesem Jahr vom 13.04. bis 13.05.2012 zur Heilig-Rock-Wallfahrt ein. Anlass dazu ist ein historisches Datum: Im Jahre 1512 wurde die Reliquie des Heiligen Rocks, der Tunika Christi, den Gläubigen im Dom zu Trier zum ersten Mal zugänglich gemacht. Dieses Großereignis bildete den Anfang einer langen Reihe von Heilig-Rock-Wallfahrten, die über 500 Jahre hinweg immer wieder viele Menschen nach Trier führte. Die öffentliche Ausstellung des Heiligen Rocks findet allerdings nur selten statt (im vergangenen Jahrhundert nur dreimal)!

 Die diesjährige Wallfahrt steht unter dem Thema „Und führe zusammen, was getrennt ist“ - ein ökumenisches Leitwort, welchem die Veranstalter durch die ökumenische Ausrichtung der Wallfahrt und durch die vielen unterschiedlichen Wallfahrtsangebote durchaus gerecht werden! Christen aller Konfessionen sind eingeladen, nach Trier zu kommen; der Heilige Rock ist ein Symbol für Jesus Christus, die Heilig-Rock-Wallfahrt eine Christus-Wallfahrt: So wie das nahtlos gewebte Gewand Jesu unter dem Kreuz nicht zerteilt wurde, so sollen auch wir Christen für eine Überwindung der Trennung der christlichen Kirchen und Konfessionen eintreten!

Zu dieser Wallfahrt machten sich deshalb 54 Pilgerinnen und Pilger aus unserer Stadtteilkirche und dem Pfarrverband Schloßberg-Stephanskirchen am Montag, 16.04.2012 auf den Weg nach Trier. Als Begleitpersonen waren Hr. Pfarrer Daniel Reichel, Hr. Pfarrer Fabian Orsetti sowie Gemeindereferent Markus Stein dabei. Die Reiseleitung hatte Hr. Ludwig Welser in der Hand.

Die Anreise erfolgte über Augsburg, Ulm, Stuttgart und Speyer, wo eine interessante Führung durch den berühmten Speyrer Dom, einem Juwel der Romanik, stattfand.

Der Dienstag war unser „Gesellschaftstag“. Er begann mit einer gemeinsamen Gottesdienst in der neuromanischen Pfarrkirche St. Martin in Trier. Danach brachte uns der Bus nach Traben-Trabach, wo wir gut gelaunt ein Schiff zur Moselfahrt bestiegen. Angekommen an unserem Ziel Bernkastel-Kues, war Zeit zur Besichtigung der romantischen Altstadt sowie für eine Führung durch das berühmte Cusanus-Stift des großen Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftlers Nikolaus von Kues.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Wallfahrt zum Heiligen Rock. Schon frühmorgens brachen einige Pilgerinnen und Pilger der Gruppe auf zu einer Fußwallfahrt durch die Weinberge Triers hin zum Dom. Anschließend feierten wir am Vormittag den großen allgemeinen Pilgergottesdienst mit; Hauptzelebrant war ein Bischof aus Nigeria, die musikalische Gestaltung hatte eine Gruppe aus dem Kongo übernommen - hier war Weltkirche live zu erleben!

Der geplante gemeinsame Gang zur Reliquie des Heiligen Rocks konnte dann kurzfristig aufgrund der bereits wartenden Pilgermassen nicht durchgeführt werden. Stattdessen hatte jede und jeder am Nachmittag die Möglichkeit zu einer persönlichen Begegnung in Ruhe, Muße und Stille! Eine Stadtführung durch das „römische Trier“ beschloss schließlich diesen Tag. Viele Mitglieder der Pilgergruppe besuchten am Mittwoch (wie an den vorangegangenen Tagen auch) das Abendlob um 21.00h im Dom – gestaltet mit geistlichen Worten zum Nachdenken und einigen musikalischen Besonderheiten, die nach den bewegten Tagen als Tagesabschluss jeweils gut taten.

Die Rückreise am Donnerstag wurde noch zu einer Stadtbesichtigung von Worms genutzt: Die interessante Themen-Führung stand unter dem Motto: „Zu Fuß durch zwei Jahrtausende“. Den Abschluss bildete schließlich ein mehrgängiges gemeinsames Mittagessen im Brauhaus „Zwölf Apostel“, bevor uns der Bus dann in die Heimat zurückbrachte.

Damit ist eine gelungene, abwechslungsreiche und wohl für alle unvergessliche Reise und Wallfahrt zu Ende gegangen. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ gilt allen, die zum Gelingen dieser Fahrt beigetragen haben.

[GR Markus Stein]

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